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„S/4HANA ja, SaaS vielleicht“

Die Einführung von SAP S/4HANA wird für deutsche Unternehmen allmählich attraktiver, aber das Bereitstellungsformat SaaS (Software-as-a-Service) wird immer noch mit Vorsicht behandelt.

Ein neuer Bericht, der von der Information Services Group, einem führenden globalen Technologieforschungs- und Beratungsunternehmen namens The 2022 ISG Provider Lens SAP Ecosystem Report für Deutschland hat bei Unternehmen, die eine Migration von alten ERP-Systemen zu S/4HANA erwägen, Zögern festgestellt.

Dies trotz des nahenden Endes der Supportfrist, die Ende 2027 erwartet wird

Deutsche Unternehmen sind noch nervöser, wenn es um den Einsatz von S/4HANA in Public Clouds statt in Private Clouds oder als On-Premises-System geht.

Anna Medkouri, Partnerin bei ISG, sagte:

„Deutsche Unternehmen stehen der vollständigen Umstellung auf SaaS-basiertes S/4HANA eher zurückhaltend gegenüber. Viele planen jedoch ihre S/4HANA-Migration und beginnen, mit Anbietern in Kontakt zu treten.“

Verschiedene Wege zur Transformation

SAP hat im vergangenen Jahr RISE mit SAP eingeführt, um Kunden den Übergang zu Cloud-basiertem S/4HANA zu erleichtern, indem sie ein Bündel von Lizenzen und Services anbieten.

Obwohl RISE unter mittelständischen Kunden mit vergleichsweise einfachen SAP-Umgebungen eine Anhängerschaft hat, waren einige größere Unternehmen mit etablierten Lizenzvereinbarungen zurückhaltend.

Der ISG Provider Lens SAP Ecosystem Report untersucht die Herausforderungen, denen sich Unternehmen im Rahmen des Übergangs zu Cloud-basiertem S/4HANA stellen müssen: Sollen sie mit der Migration von Anwendungen in die Cloud beginnen, S/4HANA implementieren oder beides gleichzeitig tun? Können sie für diese Aufgaben genügend Fachkräfte finden?

Eine weitere Option ist die SAP Business Technology Platform (BTP), die eine prozessorientierte Standardimplementierung verwendet, um alte ERP-Systeme zu ersetzen.

Diese Methode ermöglicht die Integration von SAP-Anwendungen in Softwaresysteme von Drittanbietern und nutzt auch neue Technologien wie KI und maschinelles Lernen.

Trends in der SAP-Einführung

Jan Erik Aase, Partner und globaler Leiter von ISG Provider Lens Research, sagte: „Deutsche Unternehmen stehen unter Druck, relevant und agil zu bleiben. Dienstleister können ihnen dabei helfen, die notwendigen Technologien zu integrieren.“

Weitere Trends auf dem SAP-Markt, die vom ISG Provider Lens Ecosystem Report abgedeckt werden, sind die Gründe, warum Unternehmen sich für die Einführung von SAP Managed Application Services entscheiden, und die Notwendigkeit, dass mittelständische Kunden von Anbietern über die erforderlichen Onshore- und Nearshore-Ressourcen verfügen.

Vergleich der Anbieter

Der Bericht für Deutschland vergleicht die Fähigkeiten von 46 Anbietern in fünf Quadranten: SAP S/4HANA System Transformation: Large Accounts, SAP S/4HANA System Transformation: Midmarket, Managed Application Services for SAP ERP, Managed Platform and Cloud Services for SAP ERP und SAP Business Technology Platform-Dienste.

Accenture, All For One Group, Atos, Capgemini und T-Systems werden in vier Quadranten als Leader genannt, Infosys und Wipro in drei Quadranten als Leader und Cognizant, NTT DATA und TCS in zwei Quadranten als Leader. Arvato, Camelot ITLab, CANCOM, DATAGROUP, Devoteam, Fujitsu, Innovabee und Syntax werden in einem Quadranten als Leader genannt.

HCL wird in zwei Quadranten als Rising Star bezeichnet: ein Unternehmen mit „vielversprechendem Portfolio“ und „hohem Zukunftspotenzial“. Wipro wird in einem Quadranten als Rising Star bezeichnet.

Arten von Käufern im SAP-Dienstleistungsmarkt

ISG präsentiert Profile von fünf Arten von Käufern im Markt für SAP Ecosystem Services.

Transaktionale Benutzer: Diese Kunden haben SAP ERP Central Component (ECC) als bestehende ERP-Lösung und benötigen Services zur Verwaltung dieser Anwendung. Sie zögern, auf ein neues ERP umzusteigen, hauptsächlich aufgrund der wahrgenommenen Komplexität, des Mangels an verfügbaren Investitionen, der Unfähigkeit, die komplexen SAP-Umgebungen zu verwalten, und des Mangels an Fähigkeiten.

Technische Umsteiger und Cloud Adopter: Diese Kunden haben SAP ECC als bestehendes ERP und beabsichtigen, SAP S/4HANA zu implementieren. Sie möchten SAP S/4HANA über Suites on HANA (SoH) oder Konvertierungen (Brownfield-Implementierungen) sowohl lokal als auch in der Cloud implementieren oder SAP S/4HANA Cloud (as a Service) implementieren. Sie streben Stabilität in ihren Geschäftsprozessen und ihrer IT-Anwendungslandschaft an.

Landschaftstransformatoren: Diese Kunden möchten die Vorteile von SAP S/4HANA nutzen und sind bereit, so schnell wie möglich in ein integriertes ERP-System zu investieren. Die Unternehmensführung ist auf eine organisatorische Prozessänderung vorbereitet.

Digitale Futuristen: Diese Kunden möchten die digitale Transformation mit SAP S/4HANA und neuen Technologien wie maschinellem Lernen, KI und Blockchain einleiten. Sie beabsichtigen, sich von der bestehenden Landschaft zu entfernen und neue Technologien zu nutzen, um ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten.

Unterschiedliche Einstellungen zur Cloud

SAP hat beschlossen, den Standardsupport für Legacy-Produkte im Jahr 2027 zu beenden. Diese Frist ist bereits eine Verlängerung von 2025, nachdem Kundenfeedback darauf hindeuteten, dass sie nicht bereit sein würden.

Nun hat der Ausbau der Cloud-Infrastruktur für SAP HANA die Bedingungen für die Migration verändert, sodass für viele Migrationsprojekte ein Cloud-basiertes System eine gangbare Option ist

Der jüngste Bericht der DSAG (Deutsche SAP-Anwendergruppe) hat eine Divergenz zwischen der Priorisierung der SaaS-Version von S/4HANA durch SAP und der Abhängigkeit der Benutzer von On-Premises- oder Private-Cloud-Implementierungen aufgezeigt. In Europa hat dies viel mit den zunehmenden regulatorischen Anforderungen der EU an Unternehmen zum Schutz von Daten zu tun.

Unter SAP-Anwendern ist die Bereitschaft vorhanden, S/4HANA einzuführen, Cloud-Versionen werden jedoch etwas skeptischer betrachtet. In den entsprechenden Umfragen der ASUG (der amerikanischen SAP User Group) ist die Bereitschaft, Cloud-basierte SAP-Software und -Services einzusetzen, weitaus größer.

Transformation-as-a-Service

Um die Einführung cloudbasierter Modelle bei ihren Kunden zu unterstützen, hat SAP Rise with SAP eingeführt. Rise soll SAP-Kunden die Auswahl von Cloud-Services mit gebündelten Services und Support erleichtern, und SAP hat Allianzen und Vereinbarungen mit allen Hyperscalern geschlossen, damit ihre Kunden wählen können.

In Diskussionen über das erstmalige Angebot und die anschließende Entwicklung von Rise mit SAP zwischen ISG und Dienstleistern wurden mehrere interessante Punkte angesprochen:

„RISE wird manchmal als Ergänzung zu den Angeboten von Dienstanbietern angesehen. Insbesondere einige globale Systemintegratoren sehen erhebliche Überschneidungen mit den eigenen Angeboten und damit eine potenzielle Konkurrenzsituation zu SAP. Generell besteht die Tendenz, RISE mit eigenen Angeboten zu kombinieren, um die Position als primärer Ansprechpartner für Kunden während einer Transformation zu stärken.“

„RISE weckt zunehmend Interesse bei mittelständischen Kunden, insbesondere bei solchen, die noch weniger komplexe SAP-Umgebungen verwenden. Größere Kunden, die in der Regel für viele Produkte langjährige, umfangreiche und detaillierte Lizenzvereinbarungen mit SAP haben, waren bisher sehr zurückhaltend gegenüber RISE.“

„Hyperscaler sehen in RISE eine zusätzliche Möglichkeit, die Nutzung ihrer jeweiligen Plattformen für SAP-Installationen voranzutreiben. Partnerschaften mit SAP weisen klar in diese Richtung.“

„SAP betrachtet RISE bisher als großen Geschäftserfolg. Am Markt nehmen sowohl Kunden als auch Dienstleister eine eher abwartende Haltung ein, da sie sich noch nicht sicher sind, ob RISE ein nachhaltiger Erfolg wird.“

Das Ungewisse erziehen

Aktuelle und neue Kunden von SAP erwarten eine komplexe Transformation, und dies ist der Hauptgrund für die Unsicherheit, ob neuere SAP-Lösungen und -Plattformen eingeführt werden sollen.

Aufgrund der unterschiedlichen Transformationsmöglichkeiten herrscht Unsicherheit über den richtigen Weg. Hinzu kommt die rasante Veränderungsgeschwindigkeit von SAP-Produktionen.

Eine weitere Überlegung ist die Notwendigkeit, kompetente SAP-Experten zu haben, um die Implementierungen auf die am wenigsten störende Weise durchzuführen.

Die Entwicklung einer Systemstrategie und die Formulierung eines Business Case erfordern aufgrund dieser und anderer Unsicherheiten viel mehr Aufwand, und das resultierende System kann erhebliche Änderungen in den Geschäftsprozessen derjenigen bewirken, die die Transformation durchlaufen.

SAP unternimmt erhebliche Anstrengungen, um seine bestehenden und potenziellen Kunden zu schulen. Dies ist immer eine Anforderung von Technologieunternehmen, aber im Fall von SAP versuchen sie, so viele Marktanteile wie möglich zu gewinnen, und haben daher so viele potenzielle Wege zur digitalen Transformation wie möglich abgedeckt. Dies macht die Schulung des Benutzers extrem schwierig, da es schwierig ist, die Natur und die Vorteile jedes Szenarios zielgerichtet dem Kunden zu erklären, der diese Lösung tatsächlich benötigt.

Wenn weitere große Kunden an Bord kommen, wird es mehr Beispiele aus der Praxis für erfolgreiche Transformationen und mehr Geschichten darüber geben, wie genau sie dem Kunden zugute kamen.

Wenn eine kritische Masse von SAP-Kunden migriert ist, hat dies einen ausreichenden Pool an Beweisen zur Verfügung gestellt, um jedes Szenario abzudecken, und an diesem Punkt wird es einen plötzlichen Ansturm geben, auf die SaaS-Bereitstellung von SAP-Software und -Services zu migrieren, wahrscheinlich in allerletzter Minute.

SAP täte gut daran, seine Kunden zu ermutigen, diesem bevorstehenden Ansturm zuvorzukommen, der vermutlich unmittelbar nach dem Ende des Supports für Legacy-Systeme beginnen wird.

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